Vollausgestattet und trotzdem ahnungslos – mein holpriger Start als YouTuber mit 56
Bis zur eigentlichen Auswanderung dauert es ja noch, aber die Technik für den YouTube-Kanal steht bei mir schon. DJI Pocket 4 als Hauptkamera, DJI Mic 3 für den Ton, dazu die GoPro Hero 11 mit Media Mod für alles, wo es mal etwas rauer zugeht, z.B. auf dem Roller. Warum schon jetzt und nicht erst kurz vorher? Ganz einfach: Ich will mich in Ruhe mit dem Kram vertraut machen, bevor es ernst wird, statt am Ende panisch Bedienungsanleitungen zu wälzen. Lieber jetzt blamieren, wo’s noch keiner sieht.
Kurz zur Ehrenrettung meines Bankkontos, bevor gleich jemand denkt, ich hätte wieder maßlos zugeschlagen: Weder die Pro-Version der Pocket noch die Insta360 Luna Ultra sind bei mir gelandet, obwohl die als DJI-Pocket-Konkurrentin mit ihren Dual-Leica-Objektiven und 8K technisch nochmal ordentlich einen drauflegt. Kostet aber auch entsprechend mehr. Bei der GoPro bin ich genauso bei der Hero 11 geblieben statt aufs neueste Modell zu gehen. Liegt nicht am Geiz, eher an der Einsicht, dass ich die ganzen Funktionen sowieso nie alle brauchen werde. Ich will kein Profi-Kameramann werden, ich will einfach nur mein Leben ordentlich festhalten, und dafür reicht, was ich habe, locker.
Viel gemacht hab ich mit dem ganzen Zeug ehrlich gesagt noch nicht. Ein bisschen rumprobiert, Kamera in die Hand, ein paar Knöpfe gedrückt, geschaut was passiert. Ein paar Filmaufnahmen beim Besuch bei meinen Eltern. Aber selbst das bisschen hat schon für zwei, drei Momente gesorgt, bei denen ich mich selbst nicht ernst nehmen konnte.
Der Groschen fällt: Der Gimbal macht nicht das, was ich dachte
Die Pocket 4 hat einen kleinen Gimbal eingebaut, der bei Bewegung automatisch mitschwenkt und stabilisiert. Klingt gut, dachte ich mir. Nur hab ich mich eine ganze Weile gefragt, warum das Bild ständig irgendwas hinterherzieht, obwohl ich die Kamera doch einfach nur mal starr in eine Richtung halten wollte. Irgendwann war ich kurz davor, mir einen Reklamationsablauf zurechtzulegen, weil ich sicher war, ein defektes Gerät erwischt zu haben (Spaß).
War natürlich kein Defekt. Der Gimbal bleibt nur starr, wenn man den passenden Knopf gedrückt hält. Simpel, wenn man’s weiß. Vierzig Jahre Bundespolizei, komplizierteste Einsatzlagen im Griff gehabt, und dann brauch ich gefühlt eine Viertelstunde, um einen einzigen Knopf zu kapieren. Aber solche Momente gehören halt dazu, und genau deswegen schreib ich hier darüber, statt sie unter den Tisch fallen zu lassen.
ActiveTrack mit Handzeichen – funktioniert klasse, solange der Fehler nicht ich bin
Ein Feature, das mich richtig überrascht hat: Man kann die Pocket 4 einfach über Handzeichen steuern, ganz ohne App oder Fernbedienung. Und das klappt wirklich erstaunlich zuverlässig, das muss ich der Technik lassen. Woran es dann hakt, bin eher ich selbst. Die Gesten hab ich mehr als einmal verwechselt und der Kamera damit Kommandos gegeben, die so gar nicht gemeint waren. Was genau dabei rauskam, behalt ich lieber für mich, aber sagen wir’s so: Handzeichen gemacht, Gesicht verzogen, und die Pocket hat ihr eigenes Ding durchgezogen. Zum Glück nur vor mir selbst und keinem Publikum.
Und dann ist da ja noch das Schneiden
Gefilmt ist eh nur die halbe Miete, danach muss das Ganze noch zusammengeschnitten werden. Für Final Cut Pro hab ich mich entschieden, weil ich seit Jahren Apple-Jünger bin und mir auf dem MacBook ehrlich gesagt gar kein anderes Programm in den Sinn gekommen ist.
Erstmal aber nur als Abo, nicht gleich gekauft. Reiner Kostengedanke: Wenn mir das Schneiden liegt und ich dranbleib, kauf ich’s mir später richtig. Stellt sich raus, dass es doch nichts für mich ist, hab ich mich wenigstens nicht direkt mit dem vollen Preis verpflichtet. Klein anfangen, bevor man sich festlegt, das zieht sich bei mir aktuell eh durch alles.
Wie’s weitergeht
Als Nächstes arbeite ich mich systematisch durch die Menüs von Pocket 4, Mic 3 und GoPro, so wie ich’s mir in meinem Lernleitfaden auch vorgenommen hab: erst Grundeinstellungen und Belichtung, dann Gimbal-Modi, dann nochmal ActiveTrack, dann das Zusammenspiel mit dem Mic. Was dabei an lustigen oder lehrreichen Momenten rauskommt, landet hier, ungeschönt, auch wenn’s mich mal wieder dumm dastehen lässt.
Für alle, die mit einem ähnlichen Setup fürs Reise-Vlogging liebäugeln, hier meine Ausrüstung, bewusst ohne die teuersten Ausbaustufen:
DJI Pocket 4* – Hauptkamera, keine Pro-Version
DJI Mic 3* – für den Ton
GoPro Hero 11* samt Media Mod – für Action und raue Situationen
Ulanzi MT-08* – kleines Reisestativ und Handgriff
Affiliate-Links (mit * markiert). Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Ich verlinke aber nur Sachen, die ich mir selbst tatsächlich zugelegt habe.
Mehr zu meinen ersten echten Testaufnahmen und allem, was dabei garantiert noch schiefgehen wird, gibt’s in den nächsten Beiträgen dieser Reihe.

